Mario Pahl

Mario Pahl war ein Freund von mir, der am 08.05.2021 bei Braunfels beerdigt wurde.

Er starb verarmt an einem Gehirntumor. Er hatte schon früher Lungenkrebs, rauchte aber weiter. Er war früher Dedektiv und Wachmann und lebte 11 Jahre mit einer Ghanaerin zusammen, bis man beiden eine Scheinehe unterstellte, um wahrscheinlich seine Ex-Frau abzuschieben. Durch das stressigige Verfahren vor Gericht scheiterte diese Ehe. Als er dann später eine deutsche Frau heiraten wollte, kramte man die alten Gerichtsakten heraus, und meinte plötzlich die erste Ehe sei doch gültig gewesen und warf ihm nun Bigamie vor. Im Zuge dessen scheiterte auch diese Ehe. Aus der zweiten Ehe gingen aber zwei Kinder hervor, eine Tochter und ein Sohn. Zu beiden hatte er Jahre kaum bis keinen Kontakt. Als sein Sohn unbedingt seinen Vater kennen lernen wollte und ihm die entsprechenden Daten verweigert wurden, suezidierte sich sein Sohn. Daraufhin konnte seine Schwester aber den Kontakt durchsetzen und hatte bis zum Tod von Mario Kontakt zu ihrem Vater.

Die Verwirrungen mit der Botschaft, die Mario so weit trieben, dass er psychiatrisiert wurde, hat Mario zu Lebzeiten noch auf einem Diktiergerät festgehalten. Er wollte dies vor allem für seine Kinder, damit die alles verstehen lernen, sollte ihm mal was passieren.

Die Angst war nicht unbegründet. Denn Mario war mal Zeuge in einem Mordfall und der Mörder schwor während dem Verfahren, wenn er frei käme, würde er sich an Mario rächen.

Mario gehörte zu den wenigen psychiatrisierten Menschen in Deutschland, die erfolgreich gegen das Kliniksystem geklagt hatten und gerichtlich bestätigt hatte, dass er nicht verrückt war und seine „Psychose“ real war. (Akten liegen der Redaktion vor)

Das jahrelange Kämpfen gegen Krebs und Gerichte hat aber Mario zermürbt und verarmen lassen. Trotz allem hatte er immer einen netten Spruch auf den Lippen und war für seine Freunde immer da. Er rettete z.B. mich selber aus einer misslichen Lage, gab mir Obdach, obwohl selber Frühverrentet und brachte mich vom Suezid ab.

In Gedenken an Ihn, halte ich dies alles fest.

Mario Pahl

Mit Hilfe von Florian Michnaks wurden Marios Aufnahmen auf dem Diktiergerät verschriftlicht und in Buchform gebracht. Das Buch soll eine Grundlage für ein Theaterstück bilden, was leider zu Lebzeiten Marios nie aufgeführt wurde.

Nicht nur in Marios Augen, auch in den Augen seiner Freunde und den Menschen, die die Fakten kennen, und wie ich die Akten haben, war sein Leben Filmreif. Ein trauriger Film, aber filmreif.

Der Gedanke, dass was Mario am meisten bewegte, irgendwann zumindest als Theaterstück theoretisch aufgeführt werden könnte hielt Mario lange am Leben.

Doch leider war der Krebs stärker.

Das Buch heißt:

Mehrfach Trenchcoats und zwei Bilirubine

„Die uns im Vorfeld unbekannte Person erscheint pünktlich zur Aufführung. Äußerlich wirkt sie erschöpft und vorgealtert, bewusstseinsklar und allseitig orientiert. Ihr Gedankengang ist logisch und zielgerichtet: Luftnot, Kloßgefühl im Hals, Verspannungen im Brustbereich, Schwindel, Schwitzen, Angst. Insgesamt kreist das ganze Theater um kriminelle Machenschaften in Ghana und Geniestreiche der medizinischen Kunst mit einer Bande Kindesmütter, einer vielseitigen Diplomatin, dem fleissigen Anwalt Albrecht und einem aufmerksamen Tonbandgerät. Und zu allem Überdruss mischen sich hin und wieder diese Leute mit den cremefarbenen Mänteln ein …“

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